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Neuerwerbungen

 

Die Sammlung Kunst im Neuen Museum wächst kontinuierlich. Dies ist Ergebnis eines eigenen Ankaufsetats sowie der Möglichkeit, bei besonderen Erwerbungen auf Mittel aus dem so genannten Sammelansatz der staatlichen bayerischen Museen und Sammlungen zurückzugreifen. Im April 2006 zählt das Inventar des Neuen Museums bereits mehr als dreihundert Einträge. Hinzu kommen Erwerbungen durch die Museumsinitiative, den Kreis der Freunde und Förderer des Neuen Museums, und durch die Förderstiftung.


 


Julian Opie Virginia, housewife 1 2000

Einen der auffälligsten Neuzugänge des vergangenen Jahres steuerte die Museumsinitiative bei: Virginia, housewife 1 des britischen Künstlers Julian Opie. Dessen Ausstellung im Neuen Museum 2003 ist vielen Besuchern noch immer als besonders gelungen in Erinnerung. Drei motivisch wie technisch sehr unterschiedliche Arbeiten konnten aus dieser Ausstellung erworben werden. Das Porträt der Hausfrau Virginia zeigt Opies am Comic geschulte Kunst, mit nur wenigen Linien Physiognomie anzudeuten. Fast glaubt man, die junge Frau mit braunem Haar auf der Straße wieder erkennen zu können. Dank der hohen Prägnanz und des großen Formats ist das Bild bestens für eine Präsentation in den Fassadenräumen geeignet. Vom vordersten dieser Räume aus blickt Virginia schon seit einiger Zeit durch die Glasfassade nach außen. Ein sympathischer Blickfang.


 


Gerd Rohling Licola 1990-2004

Am Fuße einer der drei Treppen ins Untergeschoss erwartet die Besucher eine Vitrine mit eigenartigem Inhalt. Was auf den ersten Blick aussieht wie antikes Glas, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Kunststoff-Abfall: Flaschen, Schraubenziehergriffe und Teile von Bojen. An der italienischen Küste bei Licola – so auch der Titel dieser Vitrine – hat der Künstler Gerd Rohling dieses Strandgut gesammelt. Die scheinbar kostbaren Becher, Pokale und Kelche entstanden durch wenige Eingriffe des Künstlers. Entscheidend für die Täuschung ist jedoch die Präsentationsform und der Ort des Museums. Kunst also, die den Kontext zum Thema macht.


 


Zdeněk Sýkora Linien Nr. 114 1994

Ebenfalls im vergangenen Jahr konnte ein zweites Linienbild des Künstlers Zdeněk Sýkora erworben werden. Der Altmeister der tschechischen konkreten Kunst überrascht durch ein Liniengewirr, das keinen Gesetzen zu gehorchen scheint. Bleistiftvorzeichnungen, die Winkel andeuten, und andere Notate des Künstlers auf der weiß grundierten Leinwand machen jedoch deutlich, dass es sich um ein Spiel nach festen Regeln handelt. Sämtliche Parameter wie Farbigkeit, Verlauf und Dicke der Linien folgen einem vom Künstler aufgestellten System. Hier erweist sich aufs Neue die Lebendigkeit der konkreten Kunst, die zu den Sammlungsschwerpunkten des Neuen Museum gehört.